Der am letzten Wochenende (24.-26.07.) gewonnene Eindruck, dass das Hauenstein Bergrennen eine Frischzellenkur durchlaufen hat, bleibt auch nach der Betrachtung mit etwas Abstand weiterhin absolut bestehen. Von A bis Z, vom Ankommen bis zum frühen Zeitpunkt der Siegerehrung, passte einfach alles zusammen. Zusätzlich zu den Konstanten wie zum Beispiel freundlicher Empfang in Hausen, geöffnete Plätze und Garagen inklusive, punktete das 55. ADAC / MSC-Rhön Hauenstein Bergrennen mit guter Organisation, straffem Ablauf und flottem Abarbeiten von Vorfällen. Dabei blieb noch genügend Zeit für Mittagspause und nach der jeweils letzten Auffahrt – aufgeteilt in zwei Gruppen – eine Rückführung über die Strecke, bei der die Fans an die Straße durften. Der Feierabend geriet dabei nie in Gefahr, an beiden Tagen war nach je drei Bergfahrten angenehm früh Schluss. Auch wenn nicht alle Genannten den Weg nach Hausen angetreten hatten, so blieb doch ein Gesamtfeld von knapp 190 Teilnehmern abzuwickeln. Dafür, dass dies so gut gelang, gebührt dem Team des MSC Rhön und ihren Helfern ein dickes Kompliment. Mitgespielt hat bei der 55. Auflage auch Petrus. Keine Niederschläge, warme Temperaturen, leichte Schwüle, dazu Wind in Böen, die am Sonntag sogar einmal die Ziellichtschranke umpusteten. Weitere Fakten wie die schnelle 4,2-Kilometer-Strecke oder der Modus „die besten zwei aus drei Rennläufen“ wurden schon im Vorbericht erwähnt. Ich denke, wir brauchen das hier nicht zu wiederholen. Kümmern wir uns stattdessen lieber um den sportlichen Verlauf.
Der hat es absolut in sich. Das beginnt im NSU-Bergpokal bereits im Training. Die Hofmänner haben zwei luftgekühlte Renner mit an den Hauenstein gebracht. Zum einen das Hauptauto, das mit der Startnummer 710, das Junior Jannik fahren soll. Dazu noch einen zweiten TT für Papa Steffen. Zwei Läufe lang ist alles in Butter. Bestzeit für Jannik vor Steffen, gefolgt von Dieter Kohl, Uwe Schindler und Walter Voigt. Im dritten Probe-Heat aber zieht die Defekthexe die 710 aus dem Verkehr, nagt den Motor böse an, eine Overnight-Reparatur geht da nicht mehr. Als einzig praktikable Lösung bleibt, die Antriebseinheit aus dem Steffen-Zweit-TT in die 710 zu verpflanzen. Gesagt – getan. Man denkt, das geht easy, weil eh alles gleich ist. Nun, im Groben stimmt das, allerdings steckt der Teufel in den Details.
Aber am Ende gibt es wieder eine einsatzbereite 710 für Jannik und einen zerrupften Ersatzteilspender. Für Steffen gibt es nun nur noch den Job der Junioren-Betreuung. Und nebenbei den Job eines Reiseleiters, denn aus ihrer Heimat Burgebrach rollt am Renntag eine rund 50-köpfige Fangemeinde per Bus an. Was samstags noch nach Doppelsieg aussah, ist jetzt zur Solonummer geworden. Und auch deren Erfolg erscheint plötzlich fraglich. Jannik vermisst Leistung. Er führt zwar, liegt aber nur 0,297 Sekunden vor Dieter Kohl. Auch Uwe Schindler fehlen lediglich 1,325 Sekunden auf den knappen Leader. Beruhigend ist das nicht. Zumindest bis beim Grübeln zutage kommt, dass ja jeder Motor seine ureigensten Programme im Steuergerät hat. Kaum sind die entsprechend aufgespielt, steigt die Power und die Welt ist wieder in Ordnung. Zumindest für die Hofmänner und die Reisegruppe aus Burgebrach. Jannik gewinnt 4,67 Sekunden vor Dieter Kohl, Dritter wird Uwe Schindler. Die Ehrenplätze direkt neben dem Podest beziehen Walter Voigt als Vierter und Neueinsteiger Sascha Dopieralski als Fünfter. Dieter Kohl ist der beste Klassikwertungsteilnehmer, gefolgt von Walter Voigt und Sascha Dopieralski.
Von den NSU zu den Klassik-Hubraumklassen, beginnend mit den 1150ern. Drei Fiat gegen einen Audi heißt hier das Programm. Vorne dran ist ein Vertreter der Marke aus Bella Italia. Das ist der 127 Sport Martini Racing von Jürgen Heßberger. Rang zwei geht an Bernd Deutsch (Schneider Audi 50), Dritter wird Rolf Rauch mit seinem Fiat 128 Rally. Platz vier ist die Angelegenheit von Jennifer Kaufel-Meier im Fiat Abarth 1000 OT.
Dreizehn 1,4-Liter nehmen das Rennen auf. An der Spitze fährt Armin Ebenhöh den VW Minichberger Scirocco 16V zum souveränen Sieg, unterbietet dabei zweimal die 2-Minuten-Schallmauer.
Die Positionen zwei bis fünf liegen final in einem nur 3,101 Sekunden öffnenden Fenster zusammen. Dabei feiert Florian Hübel nach längerer Rennpause mit dem neu aufgebauten Schneider Audi 50 16-Ventiler als Zweiter ein grandioses Comeback. Und auch Thomas Kohler, der seinen Fiat X1/9 16V in einigen Details optimiert hat, zeigt sich als Dritter in ausgezeichneter Form. Mit im winzigen Fensterspalt sind Ronnie Bucher (VW Schneider Corrado 16V) als Vierter und Jörg Davidovic, der mit Getriebeproblemen hadert und am Samstagabend im Fahrerlager die Gangwechseleinheit seines 16V NSU TT ausbaut, um nach dem Innenleben zu schauen, als Fünfter. Auf den nächsten Klassenrängen liefern sich Jamin Markert und Frank Lohmann ein faszinierend enges Duell um den 1400er KW 8V-Trophy Sieg. Lauf eins geht mit 78 Tausendstel Vorsprung an Frank. Allerdings spielt dieser Durchgang wegen des Wertungsmodus „die besten zwei aus drei“ in der Endabrechnung keine Rolle. Allerdings motiviert dieser Minimalabstand beide dazu, bedingungslos ans Limit zu gehen. Jasmin ist im zweiten Run 24 Hundertstel eher im Ziel als Frank. Die endgültige Entscheidung erfolgt im finalen Lauf. Frank ist 0,313 Sekunden schneller. Das ist der KW 8V-Trophy Gewinn, 73 Tausendstel vor Jasmin.
So packend kann Gipfelsprint sein! Nicht nur an den Klassenspitzen, sondern auch auf den Positionen im Feld. Dritter im 8V-Ranking ist Aron Gerisch im Schneider Audi 50.
Die 1600er beziehen ihre Positionen früh. Das Tempo gibt der Schweizer Mike Bürki vor. Er gewinnt im VW MB Polo II 16V vor Tobias Auchter (Opel Spiess Corsa A GSI 16V). Rang drei ist die Angelegenheit von Robert Maslonka im VW Polo 86C G60, Vierter wird mit seinem VW Scirocco Gruppe 2 Ronny Hering.
Bernd Ehrle ist im Opel Minichberger Kadett C Coupé 16V Favorit in der Abteilung bis 2000 Kubikzentimeter. Dieser Rolle wird er voll gerecht, er gewinnt mit knapp über acht Sekunden Vorsprung vor Berg-Rückkehrer Norbert Wimmer.
Dessen BMW 2002 ist mit einem 8-Ventil-Motor bestückt, kombiniert mit einem 6-Gang Dog-Box Getriebe. Deshalb ist er in der KW 8V-Trophy nicht punkteberechtigt. Position drei in der Klasse holt sich Werner Weiss (Ford Escort RS 1800), auf Rang vier läuft Marko Weirich mit seinem VW Golf 1 STW ein. Danach folgt, angeführt von Michael Rauch im Opel Briegel Kadett, das 8-Ventiler Podium. Auf dessen zweite Stufe fährt sich Johann Hatezic im Opel Ascona B Frank, gefolgt von BMW E30-Pilot Michael Dandl.
Drei Dinge sind in der 3-Liter-Klasse besonders bemerkenswert. Erstens, dass sie von einem Turbo-Fahrzeug gewonnen wird. Das ist der VW Minichberger Golf II von Alexander Wolk. Zweitens, dass Alex gleich im ersten Lauf seinen 2025 aufgestellten Klassenstreckenrekord um exakt eine Sekunde auf 1:53,744 drückt.
Und drittens der Zweikampf um Platz zwei. Der wird zwischen Christian Auer und Marcel Gapp geführt. Nach der ersten Auffahrt ist Marcel (BMW M3 E36) 0,104 Sekunden vorne, im zweiten Race-Heat kontert Christian mit seinem BMW M3 E30, liegt als Zweiter nach 8,4 Rennkilometern 0,291 Sekunden vor Marcel. Im Final-Run baut Christian seinen Vorsprung auf den Endabstand von 0,564 Sekunden aus. Im Opel Kadett C Coupé 16V sprintet Thomas Claus auf Rang vier. Fünfter und zugleich 3-Liter KW 8V-Trophy Sieger wird Felix Bürker mit seiner nach dem Glasbach-Ausrutscher von Teampartner Roland Christall wieder picobello aufgebauten Opel Frank Kadett Limousine.
Auch bei den Rennern mit mehr als 3000 Kubik empfiehlt sich der doppelte Blick. Klar, vornedran beeindruckt „Speedmaster“ mit Top-Zeiten. Unangefochten fährt der Schweizer seinen Allrad-Turbo Ford MB Cosi auf Platz eins. Dahinter beharken sich die BMW Piloten Frank Bamberg und Julian Gmeiner (M3 E36) heftig.
Zwar kann sich Frank zu Beginn ein 1,517-Sekunden-Polster verschaffen, aber in Lauf zwei kontert Julian, kommt in der Addition bis auf 73 Tausendstel an Frank heran. Doch mit einem vehementen dritten Durchgang kann Frank mit seinem E36 M4 R Coupé den Endabstand zwischen Position zwei und drei auf 0,313 Sekunden aufstocken.
Damit Vorhang auf für die nach Performancefactor (Pf) eingeteilten Fahrzeuge. Los geht es mit deren 5c. Oder, anders ausgedrückt, mit der BMW-E36-Show. Denn sowohl zum Trainings- als auch zum Rennende stehen gleich vier Weißblaue ganz oben in den Ergebnislisten der 17 Fahrzeuge umfassenden Klasse.
Unumstrittener King of Speed ist Fabian Brügge mit seinem 325i. Der 23-Jährige dominiert beide Tage in der Rhön, gewinnt mit 4,319 Sekunden Abstand vor Local-Hero Johannes Wetzel aus Hausen. Der entpuppt sich als Phänomen. Beginnt im Training mit 2:21, startet im Rennen mit 2:19, legt aber danach in Race-Heat zwei und drei tiefe 2:10er Marken auf den Asphalt, springt so im Finale von Position sechs auf die Zwei. Gleich hinter Johannes zeigt Florian Wissing (325i) eine beeindruckende Leistung. Über alle sechs Auffahrten gesehen ist er beständig schneller geworden. Samstags in Zwei- und am Race-Day in Ein-Sekunden-Schritten. Die Garage des viertplatzierten 318iS-Piloten Alexander Reder liegt nur rund 10 Kilometer vom Startort Hausen entfernt. Bester 5c-Nicht-BMW ist Lukas Friedrich im ex-Rundstrecken Ford Fiesta auf Rang fünf. Marc Schmitz belegt im Opel Astra GSI Position sechs, Ralf Fladung steuert seinen Peugeot 206 RC auf die Sieben. Mit Hannes Menninger (BMW E36 318iS), Helmut Knoblich und Dieter Altmann (beide Citroen C2) komplettieren wir noch schnell die Top-Ten der 5c. In der Fabian Brügge den Klassenrekord von Nick Mai (BMW E36) aus 2025 um 2,992 Sekunden auf 2:07,910 herunterschraubt.
Klar sortiert zeigt sich die 5b, wir stellen die Podiumsbesetzung vor: Den Top-Platz hat sich Moritz Minichberger mit seinem Honda Civic Type R gesichert. Er wird flankiert von Alex Thrun (P2/Renault Clio RS Cup) und Roman Ahke im Opel Corsa B GSI als Drittem.
Die Kernfrage der 5a galt nicht dem Gewinner. Das dies Leopold Gast im Renault Clio 4 Cup sein würde, das kristallisiert sich schon am Samstag heraus.
Hinter Leo laufen gleich zwei Duelle. Eines um Rang zwei und drei und ein weiteres um die Ehre des klassenbesten Luxemburgers. Zweikampf eins gewinnt Joshua Korbach (BMW E36 323ti) 1,493 Sekunden vor Thomas Flik im Renault Clio 3 Cup. Und bei den Luxemburgern setzt sich Claude Soisson (Ford Escort RS 2000 Mk1) nach 8,4 gewerteten Kilometern um 0,299 Sekunden gegen Laurent Rausch im BMW E36 Coupé durch. Den letzten Run absolviert Leo Gast in 2:01,715. Damit verbessert er die Klassenbenchmark von Marco Schöbel aus 2025 um 0,795 Sekunden.
Stabile Positionen gibt es aus der 4b zu melden. Jens Weber hat hier mit seinem Opel Kadett C 16V alles sicher im Griff, gewinnt vor Michael Schumacher (VW Polo G60). Dritter im Bunde der Podestbesucher ist Stefan Schäfer mit seiner 8-Ventiler Opel Kadett C Limousine. Die Ehrenplätze vier und fünf gehen an Eric Schlegel (VW Golf 5) und den Luxemburger Thierry Jegen im Mittelmotor Renault Clio Sport V6 Trophy.
Ähnliches Bild in der 4a, allerdings erst nach Run zwei. Denn am Morgen biegt der trainingsschnellste Top-Favorit Andy Heindrichs mit seinem Opel Wiebe Corsa 16V gleich nach dem Start in der Jopp-Kurve links ab, zurück Richtung Fahrerlager. Von dort kommt alsbald Entwarnung. Nichts Ernstes, nur ein gelockerter Auspuff. Andy holt nun nach, was samstags nicht gelang: eine Zeit unter zwei Minuten. Dabei knackt er den 2025 von Ralph Paulick aufgestellten Klassenrekord gleich zweimal. Zuerst minimal, dann, im letzten Run, aber um 0,976 Sekunden. Auf 1:58,864 liegt die Messlatte nun. Achim Kreim wird im Mitsubishi Lancer Evo 8 sicherer Zweiter. Dahinter folgen zwei KW 8V-Trophy Teilnehmer. Das sind Karl-Heinz Schlachter (BMW 2002tii Alpina) und Werner Walser mit seiner Opel Kadett C Limousine.
Poleposition und Sieg in der 3b für Daniel Winkler. Mit seinem Audi RS3 TCR brennt er ein Feuerwerk ab, pulverisiert den Klassenrekord, den Lars Heisel 2025 im Böhm Kadett 16V aufgestellt hat. 1:55,024 ist der neue Bestwert, Daniels Siegervorsprung beträgt 10,04 Sekunden.
Dahinter ist es zweimal richtig eng. Zum einen zwischen Christian Fouquet mit seinem Subaru Impreza WRX STI und René Frank (Schnitzer BMW M3 E30 DTM). Die erste Auffahrt geht an René, die zweite und dritte dafür an Christian. Als Zweiter liegt er final 0,807 Sekunden vor René Frank. Auch um die Ränge vier und fünf wird hart gefightet. Dabei hat der Vorarlberger Opel Kadett C Coupé Pilot Thomas Feuerstein das bessere Ende für sich. Er kann den Seat Leon Mk3 von Marcus Hagmann um 163 Tausendstel hinter sich halten.
Die 3a steht im Zeichen von Florian Hess. Im Porsche 997 GT3 Cup gewinnt er 2,977 Sekunden vor Gino Kruhs (Cupra León Competición TCR). Womit der Saarländer einen weiteren Beweis über das Potenzial der TCR-Renner erbringt. Rang drei ist die Angelegenheit von Albert Vogt (Porsche 997 GT3). Steve Jung belegt bei seinem Ausflug in die Rhön im Seat Leon Cupra TCR Position vier, Fünfter wird Manfred Scheubeck mit seinem VW Scirocco 3 R.
Ein Festival aus Leistung, Drehmoment und Speed bieten die zusammengelegten Klassen 2b und 2a. Der Mann der Stunde ist hier der Tiroler Baumeister Stefan Hetzenauer. Sein neuer Chiptech Subaru Impreza ist eine absolute Granate. Man munkelt von über 700 PS und annähernd 1000 Newtonmetern. An seinem Sieg ist nichts zu rütteln. In der zweiten Auffahrt wird er auch zum 2a-Streckenrekordler, seine 1:47,784 entsprechen einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 140,28 km/h. Die Plätze zwei bis vier liegen innerhalb von 2,275 Sekunden zusammen. Rang zwei holt sich Rallye-Spezialist Rainer Noller im Porsche 991.1 GT3 Cup, mit dem er im April in Hockenheim den Gesamtsieg im Fastest-Lap Wettbewerb des KW Berg-Cups geholt hatte. Rainer ist zugleich der beste Teilnehmer mit einem 2b-Fahrzeug. Platz drei geht nach Vorarlberg, an Alexander Sohm mit seinem Mazda 323 Turbo. Holger Hovemann (Lamborghini Huracan ST Evo 1.5) beendet sein Rhön Wochenende auf der Vier, als Fünfter kreuzt der Luxemburger Bergmeister Michel Fernandes im Porsche 992 GT3 Cup die Ziellinie.
Die Top-Fünf der Tourenwagen Division 1 beim 55. ADAC / MSC-Rhön Hauenstein Bergrennen heißen Stefan Hetzenauer, „Speedmaster“, Rainer Noller, Alexander Sohm und Holger Hovemann.
Schon in weniger als zwei Wochen geht es für NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup in Osnabrück weiter. Dort gastiert neben der Deutschen auch die Belgische Automobil-Bergmeisterschaft, dazu die FIA Historic Hill Climb Championship. Das verspricht eine Riesen-Palette unterschiedlichster Fahrzeuge, Elektro-Mobilität inklusive. Wer Osnabrück kennt weiß, dass es gemäß seinem Motto Cars&Fun ein Family Event ist. Nach dem Race-Weekend in der Borgloher Schweiz gibt es drei Wochen Pause. Ende August beginnt der absolute Endspurt in Oberhallau, die weiteren Stationen sind Eichenbühl, St. Agatha und Mickhausen. Bitte, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Fans, plant eure Zeit so, dass ihr noch so oft wie möglich dabei sein könnt. Wir freuen uns auf euch!
Uli Kohl, 28.07.2026
Mehr als 200 Nennungen sind beim MSC Rhön e.V. im ADAC eingegangen. Das spricht für die Attraktivität der Veranstaltung mit ihrer 4,2-Kilometer-Strecke von Hausen hinauf zur Hochrhönstraße, die als Highspeed-Power-Piste gilt. Schon sofort nach dem Start, auf der steil noch oben führenden Anfahrt zur Jopp-Kurve, müssen die Karten in Sachen Beschleunigung aufgedeckt werden. Denn kurz vor dem Bremspunkt gibt es eine Speedmessung. Überhaupt stellt das Bergzeitnahme-Team Stoll sehr viele Daten zur Verfügung. Diese sind für die Fahrer wertvoll, weil richtig aufschlussreich, sowie für die Besucher hochinteressant und unterhaltsam. Was auch auf die aufwendige Pflege von Klassen-Streckenrekorden durch den Veranstalter zutrifft, die im Programmheft veröffentlicht sind. Und nicht nur um das Geschehen auf der Strecke kümmern sich die Rhöner, sondern dazu noch um viele Dinge rundum. So gibt es wieder ein großes Festzelt, das vom Frühstück bis zu DJ, Livemusik und als Ort der Siegerehrung vieles bietet. Abgerundet wird das Angebot durch den Barbetrieb der Ärztegruft.
Wenn wir die mehr als 200 Nennungen genauer betrachten, dann stellen wir fest, dass 55 davon im Bereich Gleichmäßigkeitsprüfung angesiedelt sind. Das ergibt hoch erfreuliche 151 Rennteilnehmer. Deren Löwenanteil stellt die Tourenwagen-Division 1 mit 126 Autos. Das ergibt inklusive zweier E2-SH Fahrzeuge unter dem Strich 25 Division 2 Sportwagen. Also eine Zahl, die das positive Bild noch weiter bestätigt. Beim 55. ADAC / MSC-Rhön Hauenstein Bergrennen geht es auch um Punkte zur Luxemburger Berg-Meisterschaft. Das hat 17 Teilnehmer zur Reise aus dem Großherzogtum in die Rhön motiviert. Und weil wir gerade bei Prädikaten, Punkten und Serien sind, dürfen wir die Deutsche Automobil-Berg-Meisterschaft für ihre zwei Divisionen Touren- und Sportwagen genauso wenig vergessen wie den KW Berg-Cup und den NSU-Bergpokal. Die zwei Letztgenannten steuern 85 Fahrzeuge zum Gesamtfeld bei. Die zahlenmäßig stärkste Klasse ist die 5c, in der 20 gemäß Performancefactor eingestufte Autos antreten. Dichtauf folgen aus der Division Klassik die 1,4-Liter Renner mit 17 und der NSU-Bergpokal mit 12 Nennungen. Wobei das Feld nicht nur durch die Gesamtzahl, sondern ebenfalls mit Qualität glänzt, wie ihr beim Studium der Teilnehmerliste easy herausfinden könnt.
Na, habt ihr schon Appetit auf das Hauenstein Bergrennen (24.-26.07.) in der bayerischen Rhön bekommen? Ja? Fein, denn das war die Absicht dieser Zeilen. Die wir noch um die Infos ergänzen, dass es am Samstag (Training) und Sonntag (Rennen) jeweils um 08:00 Uhr beginnt. Auf dem Programm stehen je drei Läufe. Die Rennresultate werden aus der Addition der zwei schnellsten Zeiten gebildet. Etwa eine Stunde nach Rennende findet im Festzelt die Siegerehrung statt. Hauenstein ist der achte von dreizehn Saisonläufen des KW Berg-Cups und NSU-Bergpokals. Das heißt, wir tauchen immer tiefer in die Phase der Entscheidungen ein. Da wollt ihr doch noch so oft wie möglich vor Ort sein, liebe KW Berg-Cup und NSU-Bergpokal Fans und Freunde? Wir vom Berg-Cup e.V. und die Rennveranstalter würden uns auf jeden Fall riesig darüber freuen. Die nächsten Gelegenheiten zum live mitfiebern und für prickelnde Gänsehautmomente gibt es vom 7. bis 9. und 28. bis 30. August mit den Rennen in Osnabrück und Oberhallau. Der totale entscheidende Endspurt führt uns dann über Eichenbühl (11.-13.09.), Esthofen-St. Agatha (25.-27.09.) zum Finale vom 2. bis 4. Oktober nach Mickhausen. Es ist und bleibt spannend. Versprochen!
Uli Kohl, 22.07.2026
Die Überschrift passt leider nicht nur zum Geschehen auf der hochselektiven, vom Saarland nach Rheinland-Pfalz führenden 2,6-Kilometer-Piste, sondern darüber hinaus auch zu diversen Dingen in deren Umfeld. Um 08:30 Uhr soll Trainingslauf Nummer eins beginnen. Das funktioniert leider nicht. In der Nacht vom Freitag zum Samstag sind die Kabel der Ampelanlage mehrfach durchtrennt und außerdem so manipuliert worden, dass ein Kurzschluss besteht. Also Totalausfall der roten Lichtsignale für die Aktiven plus der Warnhupe für die Rennleitung. Die schnell eingeleiteten Reparaturen bringen keinen Erfolg, nur die Uhr tickt unbarmherzig weiter. Als entschieden wird, auf Lichtsignale zu verzichten und allein auf rote Flaggen zu setzen, ist weit über eine halbe Stunde verloren. Gleichzeitig wird der Startabstand von 30 Sekunden auf eine Minute erhöht. Das ein verschwundenes Stromaggregat dem rätselhaften, bösen Treiben die Krone aufsetzt, sei hier nur am Rande erwähnt. Aber das ist noch nicht alles, womit sich das Orga-Team des „51. Homburger ADAC Bergrennen“ konfrontiert sieht. Kurz nach Mitternacht fällt zwischen Startlinie und erster Kurve ein Baum quer über die Strecke, am Sonntagnachmittag bläst der zunehmende Wind Bauzäune, an denen Werbebanner befestigt sind, einfach um und damit auf die Piste. Ein weiterer Baum stürzt. Zum Glück im Wald und parallel zur Strecke. Da, wo kein kühlender Windhauch hinkommt, ist es richtig heiß. Am Zuschauerpunkt beim Start entsteht bereits morgens sogar ein kleines Bodenfeuer, das aber schnell gelöscht werden kann. Die aktiven Teilnehmer müssen sich ihrerseits auf veränderte Sichtverhältnisse einstellen. Denn im Abschnitt nach dem Brückchen sind auf beiden Seiten der Straße Bäume gefällt worden.
Ein regelmäßiger, unbeliebter Zaungast, der sich bei den letzten Rennen zum Glück etwas zurückgehalten hat, beschließt ausgerechnet für Homburg, wo die Anzahl der Teilnehmenden ohnehin relativ überschaubar ist, zu verstärkter Aktivität. Gemeint ist damit die Defekthexe, die einfach keine Ruhe geben will. Wer alles ihrem Wirken zum Opfer gefallen ist, das verraten wir euch im Sportteil, der sofort durchstartet.
Im NSU-Bergpokal treten sechs luftgekühlte Heckmotorrenner an. Jörg Davidovic testet dabei einen TT aus den Beständen der Family Hofmann. Mehr als zwei Übungs- plus ein Rennlauf sind Jörg damit allerdings nicht gegönnt. Ihr ahnt den Grund? Richtig! Technische Probleme sind der Auslöser. Aber damit nicht genug. Denn Roman Szott erfreut sich in der Regel eines zuverlässigen Autos. Aber in Homburg ändert die Defekthexe das. Roman muss sich nach dem ersten Race-Heat mit Motorschaden abmelden. Derweil bestimmt Jannik Hofmann das Geschehen an der Spitze, gewinnt gemäß dem Modus „die besten zwei von drei Läufen“ klar mit 11,386 Sekunden Vorsprung. Was dahinter abgeht ist hochinteressant. Denn im Kampf um Klassenplatz zwei, der zugleich der Fight um den Sieg in der Klassik-Wertung ist, geht es super eng zu. Involviert sind hier Walter Voigt und Dieter Kohl. Schlussendlich setzt sich Walter um 1,197 Sekunden durch, allerdins nur 2 Läufe, wegen der Defekthexe im Antrieb. Vierter und damit auch Dritter Klassiker wird Dieter Kirch, der in Homburg sein erstes Rennen in der 25. NSU-Bergpokal-Saison bestreitet.
Und damit zur Division Klassik. Immer noch nicht satt, befällt die Defekthexe auch deren 1400er Klasse. Offenbar hat sie Heißhunger, denn sie führt gleich im Training einen Doppelschlag durch. Gezielt attackiert sie den VW Golf 1 16V von Marcel Hellberg. Sie beraubt diesen seines sechsten Ganges und sorgt obendrein dafür, dass der Öldruck in den Keller fällt. Nach der ersten Übungsauffahrt ist Schluss, womit sich auch das erwartete Duell zwischen Marcel und Armin Ebenhöh erledigt hat. Aufladen muss auch Simon Markert. Die Feindiagnose hat mittlerweile einen Riss im Motorblock des VW Schneider Polo 8V ergeben. Powerschmied Jürgen Schneider arbeitet mit Vollgas am Aufbau eines neuen. Schließlich steht für die Markerts mit Hauenstein das Heimrennen unmittelbar bevor. Ganz vorne in der Klasse richtet sich Armin Ebenhöh (VW Minichberger Scirocco 16V) häuslich ein, bleibt auch nach dem Ausfall von Marcel hochmotoviert, erzielt eine blendende Serie von Top-Zeiten. 1:19,662 ist die beste davon. Dahinter hat Ronnie Bucher im VW Schneider Corrado 16V alle Hände voll zu tun, um Philipp Plein im 8-Ventiler VW Polo hinter sich zu halten. Im ersten Lauf war Philipp sogar 0,718 Sekunden eher oben im Ziel als Ronnie. Erst im zweiten Durchgang kann dieser die Verhältnisse aus seiner Sicht gerade rücken, zieht um zunächst 0,942 Sekunden an Philipp vorbei. Somit besteht das Podium aus dem souveränen Sieger Armin Ebenhöh, Ronnie Bucher auf Position zwei und Philipp Plein als Drittem. Der Letztgenannte bekommt auch den größten 1400er KW 8V-Trophy Pokal überreicht. René Christall beendet sein Homburg Wochenende im Simca Rallye 2 als Vierter, Thomas Grimm (VW Schneider Polo 16V) als Fünfter. 8-Ventiler Platz zwei sichert sich René Christall, Dritter der roten Startnummern wird Youngster Leon Berchem im Citroen AX GTI. Auch am Sonntagmorgen hat die Defekthexe noch, oder schon wieder, Appetit, vernascht im ersten Run fix das Getriebe im VW Schneider Polo von Rookie Luca Fuchs.
Nur ein 1,6-Liter-Pilot hat den Weg ins Saarland gefunden. Das ist Robert Maslonka mit seinem aufgeladenen VW Polo G60. Prompt landet er – wie von den Regeln gefordert – bei den 2000-Kubikzentimeter-Boliden. Bange machen lässt sich Robert dadurch nicht, will unter den 2-Litern nach Kräften mitmischen. Was ihm auch gelingt. Die Rangordnung in der Klasse wird übrigens schon am Samstag hergestellt – sie bleibt auch während des kompletten Sonntags bestehen. Das bedeutet im Klartext: Sieg für Werner Weiss im Ford Escort RS 1800, 4,781 Sekunden vor Marvin Ruwe (VW Minichberger Golf 1 GTI), dem Robert Maslonka als Dritter folgt. Die Ränge vier und fünf gehören zwei KW 8V-Trophy Piloten. Das sind Michael Dandl mit seinem BMW E30 und Michael Rauch im Opel Briegel Kadett. Die logischerweise obendrein Erster und Zweiter der 2-Liter 8-Ventiler-Wertung sind.
Zum Trainingsauftakt besteht die Abteilung bis drei Liter Hubraum aus drei Autos. Doch in der zweiten Probeauffahrt verlässt Michael Ostermann den Pfad der Tugend, setzt das Opel Kadett C Coupé 16V neben die Strecke. Leider nimmt der Kadett so viel Schaden, dass an eine nächtliche Reparatur nicht zu denken ist. Bleiben also noch zwei. Thomas Claus (Opel Kadett C Coupé 16V) und Alexander Wolk im VW Minichberger Golf 2 Turbo. Und, schwuppdiwupp, werden die beiden nach oben in die Klasse über 3000 Kubik gestuft. Dort treffen sie auf das BMW E36 M4 R Coupé, in dessen Cockpit Frank Bamberg sitzt. In der neu geschaffenen Allianz klärt sich die Hierarchie schnell: Alexander Wolk gewinnt 4,605 Sekunden vor Thomas Claus, Rang drei geht an Frank Bamberg.
Lasst uns nun weiter gehen zur Division Performancefactor. Deren 5c bietet einiges an Abwechslung. Gut, okay, nicht auf Rang eins. Weil den zu jeder Zeit Fabian Brügge fest in seinen Händen hält. Gegen den 23-Jährigen und seinen BMW E36 325i scheint im Moment kein Kraut gewachsen zu sein. Betrachten wir gemeinsam die Positionen zwei bis fünf. Nach dem Training heißt die Reihung Helmut Knoblich (Citroen C2), Herbert Schmitz im Opel Astra GSI 16V, Dieter Altmann (Citroen C2) und Florian Wissing mit seinem für 2026 neu erworbenen BMW E36 325i. Nach Lauf eins hat Helmut Knoblich noch immer Platz zwei inne, jetzt aber gefolgt von Dieter Altmann, Herbert Schmitz und Florian Wissing. Die Sortierung nach Race-Heat zwei lautet Helmut Knoblich, Dieter Altmann, Florian Wissing und Herbert Schmitz. Im Finale schlägt die große Stunde von Florian Wissing. Mit einer 1:27,876 sprintet er bis auf Endrang zwei nach vorne. Zeiten unterhalb dieser Marke gelingen nur Fabian Brügge. Hinter Florian Wissing reihen sich Helmut Knoblich, Dieter Altmann und Herbert Schmitz ein.
Würde man für die 5b eine eigene Headline schreiben wollen, könnte diese lauten: „Favoritensieg und Achtungserfolg“ Den Achtungserfolg schafft ex-Motorrad-Racer Roman Ahke mit seinem Opel Corsa B GSI, der vor Jürgen Thieme (VW Lupo GTI) Zweiter wird. Den klaren Sieg heftet Moritz Minichbrerger im Honda Civic Type R an seine Fahnen.
Die 5a-Story ist superkurz. Thomas Flik fährt hier mit seinem Renault Clio 3 Cup auf Position eins vor Joshua Korbach im BMW E36 323ti.
Jens Weber heißt der Gewinner der 4b. Mit seinem 16-Ventiler Opel Kadett C Coupé benötigt er in der Addition 7,134 Sekunden weniger für die zweimal 2600 Meter als Stefan Schäfer (Opel Kadett C Limousine 8V), der sich als Zugabe über den 4b KW 8V-Trophy Pokal freuen darf. Platz drei geht an Berg-Gelegenheitsfahrer Alexander Marx im BMW E36 M3.
In der 4a ist Andy Heindrichs das Maß der Dinge. Mit seinem Opel Wiebe Corsa 16V bringt er regelmäßig Spitzenleistungen, siegt deutlich. In Homburg vor Tim Kleinsorg, der mit dem Family BMW 325i im ersten Lauf kurz durchs Gelände pflügt. Doch drei aus zwei rettet den jungen Mann, der sich final als Zweiter platziert. Auf Rang drei ist Alain Meyer zu finden, der sein ganz großes Aha-Erlebnis im dritten Durchgang hat. Ausgerechnet am Brückchen verteilt sein VW Golf 1 das komplette Kühlwasser auf die Golf-Reifen plus kompletter Fahrbahn. Damit verliert er schlagartig den Grip, rutscht auf der eigenen Nässe kräftig aus. Alain selbst übersteht das Manöver unbeschadet. Allerdings löst er eine riesige Abbinde- und Kehraktion aus. Was unter den 15 noch auf den Start wartenden Piloten verständlicherweise Unruhe auslöst. Die Rennleitung räumt diesen deshalb die Möglichkeit ein, die Verhältnisse am Brückchen selbst in Augenschein zu nehmen. Eine gute Lösung. Allerdings friert der Vorfall leider die Positionen auf dem Stand nach Heat zwei ein. Denn niemand ist fortan am Ende des Bergabstückes mehr im vollen Attacke-Modus unterwegs.
Auch die 3b hat in Homburg Auflösungserscheinungen. Pascal Ehrmann, zwei Probe-Heats lang deren schnellster, muss seinen Subaru Impreza WRX STI anschließend zurückziehen. Vermutlich hatte auch der Besuch von der Defekthexe. Also werden Christian Fouquet (Subaru Impreza WRX STI) und Sabine Göhrig samt Ford Focus ST in die 3a hinauf komplimentiert. An deren Spitze ist die Luft dünn. Ganz besonders zwischen Florian Heß im Porsche 997 GT3 Cup und Local-Hero Kai Neu mit seinem Ford Fiesta NSport, den er seit 2026 einsetzt. Der erste Lauf geht an Florian Heß, der zweite an Kai Neu, der dritte wieder an Florian Heß. Aber das spielt aus den im Absatz zuvor geschilderten Gründen keine Rolle mehr, da in Run drei keine weiteren Zeitverbesserungen gelingen. Florian Heß gewinnt 0,547 Sekunden vor Kai Neu, Platz drei sichert sich Gino Kruhs mit seinem neu erworbenen Cupra Leon Competición TCR. Dahinter laufen die Hochgestuften ein. Christian Fouquet auf der Vier und Sabine Göhrig als Fünfte.
Als bester Tourenwagenpilot belegt Florian Heß Gesamtrang neun. Zweiter der Autos mit Dach ist Alexander Wolk, der TW-Dritte heißt Kai Neu. Die Ränge vier und fünf belegen Andy Heindrichs und Armin Ebenhöh.
Damit ist der siebte Lauf der 38. KW Berg-Cup Saison bereits Geschichte. Bleiben noch sechs Rennen, bei denen die Punktekontos im NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup aufgefüllt werden können. Weiter geht es bereits in weniger als zwei Wochen mit dem Hauenstein Bergrennen des MSC-Rhön (24.-26.07.), wo es mit insgesamt über 200 Nennungen ein richtig volles Haus gibt. 14 Tage später geht die Reise Richtung Norden, nach Osnabrück. Es folgen drei Wochen Pause, bevor mit Oberhallau die ganz heiße, entscheidende Phase beginnt. Die uns über Eichenbühl und St. Agatha zum Finale in Mickhausen bringt. Bitte prüft doch eure Terminkalender, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Fans und Freunde, wieviel Rennen da noch mit hinein passen. Wir hoffen, das werden ganz viele sein und freuen uns schon jetzt auf euch.
Uli Kohl, 14.07.2026
Das Stadion dazu ist die Käshofer Straße. Genauer gesagt, deren selektive, fürs Rennen genutzten 2,6 Kilometer. Damit für die rasanten Gipfelsprints genügend Schwung aufgenommen werden kann, geht es bergab los. Hinunter zum Brückchen, der ersten Mut- und Schlüsselstelle der Strecke, die vom Saarland nach Rheinland-Pfalz führt.
Exakt 111 Nennungen dafür sind beim Homburger AC eingegangen. Die Jagd auf Bestzeiten werden 65 Teilnehmer aufnehmen, der Rest betätigt sich im Rahmen einer Gleichmäßigkeitsprüfung. Zwei Drittel der Racer sind in den NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup eingeschrieben. Die teilnehmerstärkste Klasse ist mit der 5c im Bereich Performancefactor zu finden, sie umfasst elf Starter. Einer weniger ist es in der 1400er-Abteilung der KW Berg-Cup Gruppe Klassik. Die an der Spitze höchste Spannung verspricht. Mit der Fortsetzung des packenden Duells Armin Ebenhöh mit seinem VW Minichberger Scirocco 16V gegen Marcel Hellberg im VW Golf 1 16V.
Sowohl am Trainingssamstag als auch am Rennsonntag stehen jeweils drei Läufe auf dem Programm. Der Beginn ist an beiden Tagen auf 08:30 Uhr angesetzt. Bei genauerem Studium der Ausschreibung findet sich im ‚Weitere Bestimmungen‘ genannten Artikel 18 der Passus, dass es bei zügigem Verlauf des Trainings zu den drei geplanten Läufen noch eine Zugabe geben könnte.
Das Fahrerlager des Homburger Rennens ist auf der bekannten Waldwiese sehr komprimiert angelegt. Das heißt für euch, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Fans und Freunde, ihr findet das komplette Starterfeld eng nebeneinander stehend. Um bei allen vorbei zu schauen, bedarf es keiner Marathondistanz. Und wer möchte, kann sich beim Fahrerlagerbummel im großen Festzelt stärken, in dem es schon ab 07:00 Uhr Frühstück gibt. An gleicher Stelle finden nach Ende der Aktivitäten auf der Strecke am Samstag auch die Fahrerbesprechung und sonntags die Siegerehrung statt.
Na, nach dem dreigängigem NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Juni-Menü wieder so richtig Appetit auf flotten Gipfelsprint bekommen? Den könnt ihr easy stillen. Durch einen Trip nach Homburg oder eine der nächsten Stationen. Als da sind Hauenstein (24.-26.07.) und Osnabrück (07.-09.08.), letzteres kombiniert mit der ‚FIA Historic Hill Climb Championship 2026‘. Danach folgen drei Wochen Sommerpause, bevor dann in Oberhallau der Endspurt beginnt, der über Eichenbühl und St. Agatha zum Finale in Mickhausen führt. Wir und die jeweiligen Veranstalter setzen stark darauf, euch bei möglichst vielen dieser Events an der Strecke begrüßen zu dürfen.
Uli Kohl, 08.07.2026
Im Moment scheinen die traurigen Nachrichten einfach nicht abzureißen. Am 24. Juni 2026 verstarb Harald Nölling nach einem am Vortag erlittenen E-Bike Unfall im Alter von 67 Jahren. Der selbständige Fahrzeuglackierer aus Bad Berleburg im Sauer-Siegerland sorgte bei mehr als einem KW Berg-Cup Auto für glänzende Außenhaut.
1980 startete Harald selbst aktiv im Motorsport durch, begann mit Nationalen und Internationalen Slaloms, ab 1999 entdeckte er den Berg für sich. 2003 fuhr er auf einer Opel Kadett C Limousine auf Platz drei in der KW 8V-Trophy der damaligen Division II. Später, ab Iberg 2006, wurde ein C-Coupé mit bärenstarkem, bis 10.200 Touren drehenden Gerent 16V-Motor und sequenziellem Drenth 6-Gang-Getriebe sein Arbeitsgerät. Neunmal pilotierte er dieses bis Ende 2007 unter die Top Ten der 2-Liter Klasse, sicherte sich seinen größten Einzelerfolg 2007 am Kyffhäuser als Klassenzweiter und Achter der Tourenwagenwertung. 2006 und 2007 gelang ihm jeweils Platz 12 in der KW Berg-Cup Division II. Harald Nölling wird uns als starker Fahrer, fairer Motorsportler und hilfsbereiter Kamerad immer positiv im Gedächtnis bleiben.
Die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung findet am Freitag, den 10. Juli 2026, um 13:00 Uhr in der Friedhofskapelle Bad Berleburg statt.
Lediglich zwei Tage später verstarb völlig überraschend Josef „Joe“ Nardin mit nur 58 Jahren. Der Lkw-Fahrer aus Andelsbuch im österreichischen Bregenzer Wald prägte mit seinem schwarzen 2-Liter VW Golf 1 GTI viele Jahre lang die KW 8V-Trophy der Division II nachhaltig und eindrucksvoll. Schon 2002 – ein Jahr bevor die KW 8V-Trophy offiziell ausgeschrieben wurde – war er im KW Berg-Cup bester Teilnehmer mit einem 8-Ventil Motor.
Danach gewann er die KW 8V-Trophy der Division II im etwa 230 PS starken Renner dreimal. 2003, 2005 und 2006 war Joe die Nummer eins der roten Startnummern. 2004 pausierte er, zudem kündigte er frühzeitig an, dass er mit 40 den Helm an den Nagel hängen wird. Was er genauso konsequent durchzog wie seine rasanten Bergfahrten. Verabschiedet vom aktiven Sport hat er sich standesgemäß: Ende 2007, als KW 8V-Trophy Vizemeister der Division II. Fast ausnahmslos gehörte er von 2005 bis 2007 zu den Top Ten seiner Klasse, davon sechsmal zu deren besten Fünf. Zweimal führten ihn seine Gipfelsprints aufs Podium. 2005 war er in Nommern Klassengewinner und Sieger der Gruppe H. Noch eindrucksvoller liest sich seine KW 8V-Trophy Vita der drei gerade erwähnten Jahre: Darin sind verzeichnet 28 Podestplätze, die elf Siege beinhalten. Joe Nardin war ein Vollblut-Racer im besten Sinne, der seinen geliebten Sport seriös, mit Leidenschaft und Herzblut ausübte. An ihn, seinen schwarzen Golf und seine rasanten Rennläufe werden wir uns immer gerne erinnern.
Unser tiefempfundenes Beileid gilt den Familien und Freunden von Harald Nölling und Joe Nardin. Wir wünschen ihnen die Kraft und Stärke, die sie jetzt benötigen.
Uli Kohl, 03.07.2026
Gut, ganz so heiß wie vorhergesagt war es dann doch nicht. Zumindest nicht immer. Den Trainingsauftakt am Samstag begleitete Regen, und auch am Sonntag ließen sich Wolken blicken, die ihre Last aber höchstens tröpfchenweise preisgaben. Sonst herrschte bei der Rückkehr des Ibergs in den Kalender eitel Sonnenschein. Was sich auf die Leistungen der Aktiven positiv auswirkte, wie einige superenge Ergebnisse zeigen. Im stimmungsvollen Stadtfahrerlager blieb es an den Abenden lange warm, optimale Bedingungen also für einen ausgedehnten Bummel. Die je vier an beiden Tagen vorgesehenen Läufe konnten realisiert werden. Beginn der Übungsauffahrten war um 08:45, das Rennen startete pünktlich um 09:00, die finalen Resultate liefen um 16:52 Uhr aus dem Drucker. Gewertet wurde im Modus „die besten drei aus vier Rennläufen“, was einmal mehr Einfluss auf manche Ergebnisse nahm. Schon kurz nach der letzten Rückführung baten die Organisatoren des MC Heilbad Heiligenstadt zur Siegerehrung. Wer dabei Preise erhielt und was sich ansonsten auf den 2,050 Kilometern des Holzweges ereignete, das wollen wir in den folgenden Zeilen etwas genauer beleuchten.
Als allererstes sehen wir uns den Auftritt des NSU-Bergpokals an. Zehn luftgekühlte Heckmotorrenner sind nach Heilbad Heiligenstadt gekommen. Sie sortieren sich früh. Einmal mehr ist Jannik Hofmann der Chef im Ring. Er fährt alle Bestzeiten und siegt final mit 8,855 Sekunden Vorsprung vor Jörg Höber. So ganz nebenbei verbessert Jannik gleich im ersten Race Heat noch schnell den NSU-Bergpokal-Streckenrekord seines Papas Steffen aus 2019 um 62 Tausendstelsekunden, schraubt die Marke auf 1:08,722 herunter. Als Dritter ist Dieter Kohl zugleich schnellster der Klassiker. Die Plätze vier und fünf gehen an Andreas Kuhnert, der am Iberg den KWR TT von Teampartner Uwe Schindler pilotiert, und an Walter Voigt. Der Letztgenannte ist obendrein Klassik-Vize, Position drei der Sonderwertung sichert sich Rookie Sascha Dopieralski. Pech und Glück in einem hat Laurin Krystofiak. Kurz vor dem Start des ersten Durchgangs löst sich der Schlauch zwischen Kraftstoffhochdruckpumpe und Einspritzung. Das ist schnell behoben, nachstarten darf Laurin jedoch nicht. Also ist sein erster Run der für das Feld insgesamt zweite. Bei den NSU ist der aufgrund diffuser Fahrbahnverhältnisse aber klar der langsamste. Sieben seiner Kollegen nutzen ihn als Streicher. Das geht bei Laurin allerdings nicht mehr. So wird aus Trainingsrang fünf Rennposition sechs. 
Bei den Klassik-1150ern herrscht klare Rollenverteilung, Doppelerfolg für die zwei Schneider Audi 50 im Feld inklusive. Nach zwei 1:11er und einer supertiefen 1:12er Zeit steht Tobias Stegmann als Gewinner fest. Bernd Deutsch folgt mit zweimal 1:14 und einmal 1:13 auf der Uhr. Rolf Rauch beginnt mit seinem Fiat 128 Rally mit 1:20, zaubert dann in der dritten und vierten Auffahrt 1:17er Marken auf den Asphalt. Im schwierigen Heat Nummer zwei verliert er vergleichsweise wenig Zeit, ist in diesem sogar um 0,668 Sekunden flotter unterwegs als Bernd Deutsch. Schlussendlich ist Rolf Rauch Dritter, Jennifer Kaufel-Meier mit ihrem Fiat Abarth 1000 OT Vierte. Da alle 1150er 8-Ventil-Motoren installiert haben, erübrigt sich eine eigene Betrachtung des KW 8V-Trophy Resultats, es entspricht voll und ganz dem Klassenergebnis.
Die 1,4-Liter der KW Berg-Cup-Division Klassik setzen Maßstäbe. Das beginnt mit der reinen Zahl an Teilnehmern. Zwölf sind es im Training, elf nehmen das Rennen auf. Dazu addiert sich absolut spannender Sport, mit regelmäßig total knappen Abständen. Alle hoffen auf eine Fortsetzung des Glasbach-Duells zwischen Armin Ebenhöh mit seinem VW Minichberger Scirocco 16V und Marcel Hellberg (VW Golf 1 16V). Bei Betrachtung der Trainingsergebnisse sieht es danach allerdings nicht wirklich aus. Zwar ist Marcel im ersten Probe-Heat knapp zwei Zehntelsekunden eher im Ziel als Armin, doch dann dreht der Scirocco-Pilot den Zeitenspieß um, holt sich am Ende 2.526 Sekunden vor Marcel die imaginäre Poleposition. In der zweiten Startreihe nehmen Thomas Pröschel (VW Schneider Corrado 16V) und Nils Abb mit seinem 8-Ventiler VW Schneider Polo Aufstellung. An diesem treten Schaltprobleme auf, die nicht, wie zunächst erhofft, von Übertragungsteilen ausgelöst werden. Die Feindiagnose ergibt Getriebedefekt, eine Reparatur im Fahrerlager ist leider nicht möglich.
Der Rennauftakt, der auf noch diffuser Fahrbahn stattfindet, entspricht dem Samstagsfinish. Armin Ebenhöh führt 3,271 Sekunden vor Marcel Hellberg, dem Thomas Pröschel, nur 0,493 Sekunden zurück, dicht im Nacken sitzt. Zwei fahren sich bei den schwierigen Bedingungen besonders ins Rampenlicht. Das sind Thomas Grimm (VW Schneider Polo 1 16V) auf Position vier und Jasmin Markert im VW Schneider Polo, die als Klassenfünfte KW 8V-Trophy Beste ist.
Ab Lauf zwei ändert sich das Bild langsam. Marcel Hellberg setzt die Benchmark, in der Addition führt Armin Ebenhöh weiter klar. Es ist ein Spiel im Hundertstel-, ja Tausendstelbereich. Lässt man nach dem dritten Run, der wieder knapp an Armin geht, die erste Auffahrt aus der Berechnung fallen, führt Marcel um 49 Tausendstel. Run vier wird zum absoluten Showdown. Marcel gelingt nochmals eine Zeitverbesserung auf 1:03,566. Armin seinerseits setzt jetzt eine 1:03,919. Damit ist Marcel Hellberg der Gewinner, er liegt final 0,290 Sekunden vor Armin Ebenhöh. Das ist absolut faszinierender Bergrennsport auf allerhöchstem Niveau. Thomas Pröschel wird Dritter, Thomas Grimm Vierter. Auf Endposition fünf hat inzwischen Frank Lohmann die KW 8V-Trophy Leader-Rolle übernommen. Auf Rang vier fehlen ihm schlussendlich lediglich 0,107 Sekunden. Das 8-Ventiler-Podium komplettieren Jasmin Markert als Zweite und René Christall mit seinem Simca Rallye 2 als Dritter.
Klassik 1600er und 2-Liter müssen eine Regel-Zweckehe eingehen und gemeinsam rennen. Die Plätze an der Sonne beanspruchen von Anfang an Bernd Ehrle im Opel Minichberger Kadett C und Werner Weiss mit seinem Ford Escort RS 1800 in der genannten Reihung für sich. Die dritte Stufe des Podiums besetzt im ersten Lauf Ronny Hering (VW Scirocco 1600 Gruppe 2), noch vor Michael Rauch im Briegel Kadett und Marvin Ruwe (VW Minichberger Golf 1 GTI 16V). Schritt für Schritt arbeiten sich die beiden Letztgenannten im weiteren Verlauf des Rennens nach vorne. Marvin bis auf Rang drei und Michael Rauch auf die Vier. Dort ist er auch Gewinner der KW 8V-Trophy seiner Klasse. Platz zwei der Sonderwertung mit den roten Startnummern geht an Ronny Hering.
In der Abteilung bis 3000 Kubikzentimeter haben sich drei Teilnehmer eingefunden. Die Zusammensetzung heißt zwei 2,5-Liter Opel Kadett C Coupés 16V gegen einen BMW E30 mit 3-Liter-Motor. Die Pace machen die mit dem Blitz im Markenzeichen. Wobei der Vorarlberger Hans Paulitsch voran düst und Thomas Claus in seinem Windschatten folgt. Rang drei ist die Angelegenheit von BMW-Mann Oliver Bunte.
Über 3 Liter siegt ebenfalls ein BMW, dies allerdings leider im Alleingang. Was Frank Bamberg aber nicht daran hindert, seinen E36 M4 R mit ansprechenden Zeiten den Holzweg hinauf zu pilotieren.
Und damit jetzt Wechsel in die KW Berg-Cup Division Performancefactor. In der 5c ist Nick Mai, einer der beiden amtierenden Deutschen Bergmeister, mit seinem BMW E36 nach Glasbach zum zweiten Mal in dieser Saison wieder mit dabei. Zusammen mit Fabian Brügge (BMW E36 325i) gibt er das Tempo vor. Aufregend wird es gleich nach Rennbeginn. Fabian setzt zwar vor Nick und Ralf Fladung mit seinem Peugeot 206 RC die Bestzeit, benötigt aber den Abschlepper. Was war passiert? Die ins Ziel führende letzte Rechts hat Fabian etwas zu optimistisch angegangen. Womit er in der Geschichte der Ibergrennen ganz sicher kein Einzelfall ist. Jedenfalls nimmt der BMW linksseitig stürmischen Kontakt mit der Leitplanke auf. Das vertragen die Räder nicht, die Felgen gehen zu Bruch. Im Brügge-Team nimmt man das relativ gelassen zur Kenntnis: „Wir hoffen, dass neue Räder und eine Vermessung reichen, um weiter dabei sein zu können.“ Und genau so kommt es auch. Fabians zweiter Lauf ist eine sehr flotte Inspektionsfahrt, er überlässt dabei Nick Mai knapp die Pf 5c-Bestmarke. Danach legt allerdings Fabian noch zwei weitere Klassenbenchmarks auf das Holzweg-Parkett. Nick Mai wird Zweiter, Ralf Fladung Dritter. Die Ränge vier und fünf gehen an Markus Fink (Citroen C2 VTS) und Florian Wissing, der vom Simca Rallye 2 über den Winter auf einen BMW E36 325i gewechselt hat, in dem er längerfristig mehr Potenzial bei günstigeren Einsatzkosten sieht.
Die Klassen 9 und 10, sprich Pf 5b und Pf 5a, werden am Iberg, dem Reglement folgend, zusammengespannt. An der Spitze machen es Stephan Korbach (BMW E36 323ti) und Thomas Flik mit seinem Renault Clio 3 Cup spannend. 66 Tausendstel vor Stephan setzt Thomas die Trainings-Benchmark. Stephan präsentiert sich im ersten Race-Heat bestens ausgeschlafen, legt 1,56 Sekunden zwischen BWM und Renault. Auch der zweite Lauf geht an Stephan. Anschließend dreht Thomas Flik voll auf, zieht alle Register, ist zweimal der Klassenschnellste. Aber es nützt nichts mehr. Zwar kann er Stephans Vorsprung noch bis auf 0,651Sekunden eindampfen, aber der Sieger heißt Stephan Korbach. Rang drei geht an Roman Ahke auf seinem Opel Corsa B GSi.
Die Einleitung des letzten Abschnittes kann auch auf die Klassen 11 und 12, Pf 4b und Pf 4a, angewendet werden. Ähnlich wie in der 1400-Klassik lebt auch hier ein packendes Duell wieder auf. Diesmal weckt es Erinnerungen an Wolsfeld 2026. Die Darsteller sind Andy Heindrichs mit seinem Opel Wiebe Corsa 16-Ventiler und Ralph Paulick (VW Golf 1 Minichberger). Im Training erobert der Golf die Poleposition, liegt 0,101 Sekunden vor dem Corsa. Am Sonntag legt Andy Heindrichs noch einen Zahn zu, ist in allen vier Auffahrten einen Tick schneller oben als Ralph Paulick. Mehr als 1,145 Sekunden Vorsprung aus den drei gewerteten Läufen werden es aber nicht, so eng ist der Fight an der Spitze. Position drei gehört einem Auto aus der Pf 4b. Das ist der Opel Kadett C 16V von Jens Weber, der im Schnitt nur etwas über eine Sekunde pro Race-Heat auf die vor ihm platzierten Pf 4a Fahrzeuge verliert. Auf Position vier läuft Tim Kleinsorg (BMW 325i) ein, Fünfter ist Michael Schumacher mit seinem VW Polo G60.
Was ist das bessere Konzept, Front-, Heck- oder Allradantrieb, was bringt am Iberg den besten Schub nach oben, Saug- oder Turbomotor? Das waren die Kernfragen in der Pf 3b. Mittlerweile liegen die Antworten vor. Die Erfolgsformel lautet Heckantrieb, in Kombi mit Saugmotor und Pilot René Frank. Mit seinem BMW Schnitzer M3 E30 DTM setzt er sich im Training und allen vier Rennläufen durch. Dies allerdings knapp, denn am Ende beträgt sein Siegervorsprung auf Lars Bröker (Mitsubishi Lancer Evo X) 0,897 Sekunden. Lars gewinnt den hinter René Frank laufenden Dreikampf der Allrad-Turboboliden sicher, wird Zweiter. Deutlich enger ist die Geschichte zwischen Pascal Ehrmann und Christian Fouquet, die beide auf einen Subaru Impreza WRX STI vertrauen. Bereits in den Übungsauffahrten beginnen sie, sich nach allen Regeln der Kunst zu beharken. Am Beginn sieht es nach einem Erfolg für Pascal Ehrmann aus, doch schlussendlich schafft Christian Foquet die Wende, er holt sich ganze 0,413 Sekunden vor Pascal Ehrmann Platz drei. Die Pf 3b-Fronttriebler laufen auf den Rängen fünf und sechs ein. Das sind im VW Scirocco R-Cup Günter Miethke und Sabine Göhrig mit ihrem nach Glasbach tadellos express reparierten Ford Focus ST.
Zwei Porsche 997 GT3 treten in der Pf 3a an. Die Piloten dazu sind Florian Heß und Albert Vogt. Florian Heß benötigt im Schnitt pro Auffahrt etwa gute zwei Sekunden weniger als Albert Vogt, gewinnt so mit 8,352 Sekunden Vorsprung.

In der zusammen gelegten Pf 2b und 2a treten zwei total unterschiedliche Fahrzeuge gegeneinander an. Das sind der Lamborghini Huracan Super Trofeo Evo 1.5 von Holger Hovemann und Michael Webers Audi 80 Quattro Turbo. Diesen Vergleich gewinnt der V10 motorisierte Lambo deutlich. Bleibt Holger am Samstag nach knapp über der 1-Minuten-Schallmauer, durchbricht er diese am Renntag zweimal, seine schnellste Marke des Wochenendes stellt er im zweiten Run mit 59,525 Sekunden auf, das entspricht samt stehendem Start einem Schnitt von 123,98 km/h.
Fehlt noch die Tourenwagenwertung der Division 1. Holger Hovemann gewinnt diese auf Gesamtplatz sieben. Ihm folgen unmittelbar Florian Heß, Hans Paulitsch und René Frank. Nach Division 2 Fahrer Joel Buckler geht die Tourenwagen-Show auf Seite eins der Liste „Rennergebnis Gesamt“ mit Lars Bröker, Andy Heindrichs, Bernd Ehrle, Ralph Paulick, Werner Weiss, Albert Vogt, Jens Weber, Christian Foquet, Marcel Hellberg und Pascal Ehrmann weiter. Das Division 1 Starterfeld des „28.Int. ADAC Ibergrennen“ setzt sich übrigens zu über 85 Prozent aus eingeschriebenen Teilnehmern des NSU-Bergpokals und KW Berg-Cups zusammen.
Der nächste Lauf der beiden Rennserien des Berg-Cup e.V. führt uns an die Grenze zwischen Saarland und Rheinland-Pfalz zum „51. Homburger ADAC Bergrennen“. Der Termin dazu ist der 10. bis 12. Juli 2026. Anschließend geht es im 14.Tage-Rhythmus an den Hauenstein und nach Osnabrück. Anschließend gibt es drei Wochen Sommerferien, bevor Ende August (28.-30.) Oberhallau das letzte Drittel der 38. KW Berg-Cup Saison einläutet, in dem dann die endgültigen Entscheidungen fallen werden. Bitte besucht und folgt uns auf unserer weiteren Tournee so oft wie irgend möglich, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Fans und Freunde.
Uli Kohl, 28.06.2026